Burg Neustadt-Glewe

Frau Kley

Markt 1
19306 Neustadt-Glewe

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E-Mail E-Mail:
www.neustadt-glewe.de

Öffnungszeiten:
des Museums und der Stadtinformation in der Burg

Öffnungszeit ab 01.04.:
Dienstag geschlossen
Montag, Mittwoch - Freitag von 10 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag von 11 bis 17 Uhr
Feiertags von 13 bis 16 Uhr

Öffnungszeit ab 01.11.:
Freitag – Montag von 11 bis 16 Uhr





Führungen nach Anmeldung, auch außerhalb der Öffnungszeiten!



Kontakt Stadtinformation:
Tel 038757 / 50064
stadtinfo@neustadt-glewe.de

Britta Kley
Verantwortliche Burg, Museum und Stadtinformation
Tel 038757 / 50065
b.kley@neustadt-glewe.de


 

Die alte Wehrburg
Früher schon, aber besonders nach der Wende, wurden Ausgrabungen und Bohrungen auf dem Burgberg vorgenommen, die zur Klärung so mancher ungelöster Frage beitragen sollten. Wurde der Burgberg durch eine Aufschüttung künstlich hergestellt? Hat es einen Vorläufer - vielleicht aus slawischer Zeit – der jetzigen Burg gegeben? War der rechteckige, für deutsche Burgen typische Grundriss auch ehemals vorhanden? War der Burgturm schon immer rund? Wo befand sich die ehemalige Burgkapelle? In welchen Etappen entstanden die einzelnen Elemente der Burg? Fragen über Fragen, und nicht jede kann heute schon beantwortet werden.

Man ist sich sicher, daß die Burg das älteste noch existierende Gebäude der Stadt ist. Etwa Mitte des 13. Jahrhunderts (1331 Ersterwähnung) wurden die ersten Teile der jetzigen Burg errichtet, veranlasst durch den Herrn von Neustadt, dem Grafen von Schwerin. Ihm lag viel an einer wirksamen militärischen Absicherung der Süd- und Südostgrenze seiner Grafschaft. Die Eigentumsverhältnisse zwischen der Grafschaft Schwerin und der nachbarlichen Grafschaft Dannenberg sowie den Bistümern Havelberg und Ratzeburg waren verworren. Weltliche und kirchliche Interessen kollidierten häufig. So war z. B. das Land Brenz durch den Gebietsaustausch in den Besitz der Grafschaft Schwerin gekommen. Brenz wurde von der Vogtei Neustadt aus verwaltet. Gleichzeitig gehörte es aber zur Diözese Havelberg, die selbstverständlich die daraus abgeleiteten Rechte in Anspruch nehmen wollte. Grenzstreitigkeiten und bewaffnete Übergriffe waren unter diesen Bedingungen Normalität. Errichtet wurde die Burg auf einer Eldeinsel, auf der sich eine natürliche Düne befand. Aufschüttungen auf dieser Düne haben ihre Ursache vermutlich im Verbringen des Brandschutts nach den mehrmaligen Abbränden der Wohnstätten der Burg. Nach und nach wuchs der Burghof in die Höhe. Die ersten Pflasterungen liegen etwa 50 cm unter der jetzigen Oberfläche.

Die rechteckig angelegte Burg, in einer Größe von ca. 50 mal 35 Metern, wird von einer Ringmauer mächtiger Stärke umfasst. Sie umschließt das sogenannte Alte und Neue Haus und zur Elde zu das Haupttor und den viergeschossigen Burgturm ein. Die Tür- und Toröffnung in der Ringmauer der vierten, der Stadtseite, wurden später eingefügt, als die Burg bereits ihre Wehrfunktion eingebüßt hatte.

Der Burgturm, dessen Obergeschosse man ursprünglich nur über die Wehrgänge der Ringmauer erreichen konnte (die Verbindungstreppe zu den Obergeschossen wurde später eingebrochen), ist so in die eldeseitige Ringmauer eingefügt, dass er kiezseitig tangential, stadtseitig im flachen Winkel dazu auf seinen Mittelpunkt ausgerichtet positioniert ist. Er wirkt dadurch wie aus dem Mauerverband herausgedreht. Die Verteidigungsanlagen des Turmes kommen durch diese Stellung optimal zur Geltung. Die Schießöffnungen im zweiten Obergeschoss sind durch eine obere und eine untere Reihe so angelegt, daß eine Nahverteidigung ebenso möglich war wie der Fernschuss.

Der tiefste Raum des Turmes ist das Verlies. Es ist nur durch eine Deckenluke zu erreichen. Zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss sind in die meterdicken Umfassungsmauern zwei Zellen eingearbeitet, von denen eine dem nachträglichen Treppeneinbau zum Opfer fiel. Das oberste Geschoss wird landläufig als Rittersaal bezeichnet. Es ist erst im 16. Jahrhundert aufgesetzt worden und diente Wohnzwecken. Die großen Vorhangfenster mit gotischer Bogenführung sind so gänzlich ungeeignet für Verteidigungszwecke. Um so beeindruckender ist der Blick, den sie freigeben, über die Stadt hinweg bis zu den fernen Wäldern. Der gut erhaltene Wehrgang über der Torseite enthielt ursprünglich einen Ausstieg zu einer Pechkanzel, von der aus die Verteidigung des Tores erfolgen konnte. Im sogenannten Alten Haus wohnten die Burgvögte und die Bediensteten, die für das leibliche Wohl der Burgbewohner zu sorgen hatten. Hier befanden sich eine Brau- und Backstube, eine Küche und eine Wollstube sowie Vorratsräume und ein Malzboden im Obergeschoss. Die Fenster zur Kiezer Seite wurden erst zu einem Zeitpunkt angelegt, als die Burg als Verteidigungsobjekt schon ausgedient hatte.

Die ursprünglichen Teile dieses Hauses finden sich nur noch am stadtseitigen Giebel, der in die wieder instandgesetzte Wehrmauer übergeht. Auch die Kellergewölbe des heutigen Weinkellers, der aber vermutlich ein allgemeiner Vorratskeller war, erinnern an die Ursprünglichkeit des Alten Hauses. Der Wehrgang, der früher die Verbindung zwischen dem Burgturm und dem Alten Haus herstellte, wurde nach dem letzten Abbrand nicht
wieder errichtet.

Mit der Nutzung der Burg durch die Stadt wurde das Alte Haus auf vielfältige Art und Weise genutzt. Es war Domizil des Technikums, Wohngebäude, Schule, Lager und Jugendherberge. Nach der Wende wurde es Begegnungsstätte für Bürger und Gäste.Der Name Neues Haus für das gegenüberliegende Gebäude tauchte erstmalig 1576 auf.

Man hat im Zuge der Instandsetzung dieses Gebäudes die alten verschütteten Kellergewölbe freigelegt, gewann Einsichten über die ursprünglichen Bauetappen,konnte nachweisen, dass der Burghügel eine Eldedüne war und dass Anzeichen slawischer Nutzung fehlen. Das Neue Haus war Wohnstatt der Herzöge, wenn sich der Hofstaat in Neustadt aufhielt.

Über die unterschiedliche Ausstattung des Neuen Hauses liegen Berichte aus den Jahren 1592 und 1714 vor. Im ersten Bericht heißt es: Die Fußböden waren aus Brettern, Mauersteinen oder "Alstraken" (gestampfter Lehm), die Wände ringsum "bebenkhet", also mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Die Decke war ein geputzter Windelboden (zwischen den Deckenbalken verputzt).Es gab Feuerstellen als offene Kamine,eventuell Heißluftkanäle. Bettstellen, Tische und Truhen vervollständigen die Einrichtung. Aus dem zweiten Bericht lassen sich die gehobenen Ansprüche der Nutzer erkennen: Das "Logiment" des Herzogs war mit mehrfarbigem Atlas ausgeschlagen, der Esssaal hatte wollene Tapeten. Die Wohnung der Herzogin enthielt, "geflammt wollene tapisserien", ihr Vorzimmer war mit Goldleder verkleidet und in ihrem "Cabinett" waren die Wände mit "gestreifter brocatelle" überzogen. Es war wohl die letzte Inventur als herzogliche Wohnung, denn die Fertigstellung des Neuen Schlosses stand jetzt dicht bevor.

Die umsichtige Untersuchung des Mauerwerks brachte nicht nur den etappenweisen Erweiterungsbau am Neuen Haus zutage, sondern Reste einer mittelalterlichen Bemalung, ursprüngliche Fenster- und Türöffnungen, ja sogar die Dübel der ehemaligen Wandbespannung. Die Nutzung des Neuen Hauses nahm nach der Aufgabe der herzoglichen Wohnung ihren Niedergang: zunächst Marstall, dann Lagerräume, Schuppen und Stallungen. Bis 1954 war es Hengstdepot des Gestüts Redefin. Heute sind dort nach einer komplexen Rekonstruktion ein Multifunktionalraum und ein Cafe untergebracht. Das Obergeschoss ist einem Museum vorbehalten. Anstelle des ursprünglichen Windelsteins (der Außentreppe) wurde der Zugang zum Neuen Haus über einen "modernen Windelstein" mit gläserner Wandung vorgesehen.

Die Geschichte der Burg war wechselvoll. Neben der Schutzfunktion traten Verwaltungsaufgaben. Sie hat auch ihre Geschichte als Raubritterfestung.Über Jahrhunderte war sie ein Machtfaktor der Mecklenburger Fürsten. Vieles, was zur Burg gehörte, ist vergangen. Vom Eldearm, der als Burggraben die Burg umfloss, verblieb ein Karpfenteich. Torhaus und Zugbrücke sind längst vergessen, die Burgkapelle verschollen, der Marstall, die Burgschmiede nur noch auf ganz alten Bildern zu finden. Es blieb uns ein Stück mittelalterlicher Geschichte mit ehrwürdigen Mauern, die zur Besinnung anregen. Die Burg wurde uns Heutigen zu einer Begegnungsstätte und so soll es bleiben.



Veranstaltungen


15.09.​2020 bis
20.09.​2020
Kleine Kunstwerke – Geschichte auf Briefmarken
Neue Ausstellung in der Galerie der Burg Neustadt- Glewe Die Briefmarkensammler des Vereins ... [mehr]
 

Aktuelle Meldungen

Kleine Kunstwerke - Geschichte auf Briefmarken

(15.09.2020)

„Kleine Kunstwerke – Geschichte auf Briefmarken“

Neue Ausstellung in der Galerie der Burg Neustadt- Glewe

 

Die Briefmarkensammler des Vereins für Postwertzeichensammler 1894 e.V. Hamburg und seine Gruppe Grabow / Mecklenburg (VPS 1894) zeigen Teile ihrer Sammlungen zu historischen Themen. Der VPS 1894 ist ein traditionsreicher Verein, dessen Mitglieder einst deutschlandweit beheimatet waren, der sich heute auf Norddeutschland beschränkt und seinen Schwerpunkt in Hamburg hat, neben einer aktiven Gruppe in Mecklenburg.

 

Briefmarkensammeln oder auch Philatelie beschäftigt sich nicht nur mit dem systematischen Sammeln von Briefmarken und Belegen. Hierbei kann viel über das die Briefmarke herausgebende Land oder das Motiv in Erfahrung gebracht werden. Neben der künstlerischen Darstellung hält der Sammler auch immer ein Stück Geschichte in der Hand. Einerseits kann dies ein Motiv zu einem historischen Ereignis sein oder ein Beleg, der eine Geschichte erzählen kann. Insbesondere in schwierigen wirtschaftlichen und persönlichen Zeiten, wie z.B. nach dem Ende des II. Weltkriegs, können Belege viel über die Situation erzählen, durch besondere Stempel, Notmaßnahmen oder einfach nur durch einen Verweis des Postboten, dass die Sendung nicht zugestellt werden konnte, da z.B. ein Straßenzug in Berlin nicht mehr existierte. Briefmarken sind nicht nur Kunstwerke, sondern vermitteln auch Geschichte.

 

 

Folgende Mitglieder haben bei der Erarbeitung der Ausstellung unterstützt:

 

Alfred Bruntke aus Hamburg sammelt insbesondere die skandinavischen Länder und Frankreich. Einigen Motiven hat er sich separat verschrieben, wie dem Brandenburger Tor zum 200. Jubiläum auf den Briefmarken der Welt.

 

Helga Rudolphi aus Grabow sammelt unter anderem die Briefmarken der DDR. Hierbei beschäftigt sie sich mit den Wasserzeichen und den verschiedenen Formen. Wasserzeichen sind früher verwendet worden, um Briefmarkenfälschungen zu erschweren.

 

René Sanguinette aus Ludwigslust beschäftigt sich mit Briefmarken der indischen Feudalstaaten, die teilweise bis 1948 existiert haben. Hier interessiert vor allem die Geschichte und Entwicklung der einzelnen Staaten.

 

Knut Koltzau aus Wismar war viele Jahre aktiv auf See unterwegs, so dass seine Leidenschaft auch beruflich der Schifffahrt gilt. Schwerpunkt seiner Sammlung ist die mit der Schifffahrt zusammenhängende Geschichte, ob der Amerikanische Bürgerkrieg, der II. Weltkrieg oder die Entdecker der Weltmeere. Die Briefmarken sind fast so vielfältig wie die Meere.

 

Eberhard Partzsch aus Neustadt-Glewe hat die Schweiz als Sammelgebiet entdeckt, vor allem wegen der Motive. Zu seiner Sammelleidenschaft gehören auch Automatenmarken und Rasierklingenstempelformen sowie Firmenlochungen in der Schweiz.

 

Frank Schenk aus Wittenburg ist seit April 2020 als Mitglied dabei. Er sammelt insbesondere Fahrzeuge auf Briefmarken, was sich auch mit seiner Passion für PKWs deckt. Vor allem die Motive und die Fahrzeugdetails interessieren ihn.

 

Franz Peter Perschmann aus Hamburg hat als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft AM-Post an der gleichnamigen ersten deutschen Briefmarkenausgabe nach dem II. Weltkrieg  geforscht. Farbvariationen sowie etliche weitere Besonderheiten sind auf www.vps-1894.de dargestellt.

 

Daniel Piasecki aus Schwerin beschäftigt sich seit seiner Jugend mit der Philatelie. Zurzeit ist insbesondere die Wiederaufnahme des Postverkehrs nach dem II. Weltkrieg ein interessantes Thema, vor allem, da die Entwicklung in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg sehr unterschiedlich waren.

 

„Philatelie ist Therapie“, so warb die Spanische Post im FEPA-Magazin Nr. 1/2016. In freier Übersetzung lauten die wesentlichen Bestandsteile der Anzeige: „Die Post kümmert sich um Ihre Gesundheit: Depressionen – Beklemmungen – Stress? Sie benötigen Entspannung: Sie benötigen Philatelie!

Unabhängig von der Meinung der Schulmedizin zur aufgestellten These durch die Spanische Post stellt Philatelie auch eine Möglichkeit dar, sich mit der Geschichte zu beschäftigen und das eine oder andere zusätzliche Detail zu erfahren. „Kleine Kunstwerke – Geschichte auf Briefmarken“ - Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise.

 

 

Text Daniel Piasecki

 

Tag des offenen Denkmals in der Burg Neustadt-Glewe

(10.09.2020)

Wir öffnen von 11.00 -16.00 Uhr bei freiem Eintritt!

13:00 - 16:00 Uhr Präsentation der geplanten Neugestaltung der Gedenkstätte des Außenlagers Neustadt-Glewe des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück.

gedenkstaette.neustadt-glewe.de

Burg

 

Kunstausstellung in der Burg

(26.05.2020)

Die Kunstausstellung „Dort, wo die Seele wohnt“ -Fotografie Steffen Böttcher, Inge Heuwold, Claudia Müller musste wenige Tage nach ihrem Aufbau geschlossen werden. Seit dem 15. Mai sind Museum und Galerie wieder geöffnet und die Ausstellung geht in die Verlängerung!

 

Dort, wo eine Seele wohnt

Neue Ausstellung in der Galerie der Burg Neustadt- Glewe

 

Drei Fotografen aus Neubrandenburg und Neustrelitz zeigen ab Mitte März ihre Arbeiten. Obwohl sie in unterschiedlichen Handschriften zu verschiedenen Themen arbeiten, einigten sie sich für diese Präsentation auf einen Titel: „Dort, wo eine Seele wohnt“.

Sie bilden Persönliches ab, etwas, dass sie prägt und bewegt. Sie drücken Wahrgenommenes, Gefühl, Individuum und Identität aus. Es betrifft das Motiv und den Fotografen, der erlebt und gestaltet. Er arbeitet am Bild eines Moments, einer Stimmung, einer Erinnerung, einer Sehnsucht.

 

Steffen Böttcher beschäftigt sich mit Porträt-, Landschafts- und Reisefotografie. Ebenso mit Experimentellem und Light Painting. „Mit der Kamera versuche ich, einen anderen Blickwinkel, andere Perspektiven und Sichten auf eine, beim üblichen Sehen, verborgene Welt zu zeigen“, sagt der Fotograf.

Claudia Müller präsentiert vor allem Natur- und Landschaftsfotografie. Licht, Bewegung, Veränderung sind ihre Impulse. Sie betont: „Es sind die Zwischentöne, die Nichtfarben, feine Strukturen und die subtile Grafik, die mich inspirieren.“ Realität und Gedankenbilder verschmelzen dabei.

Inge Heuwold hat in der künstlerischen Fotografie ein offenes Auge für Materialkontraste und Strukturen. Mit ihnen will sie einen abstrakten Klang, Harmonie, Rhythmus, Zeichen, Form schaffen. „Aber“, unterstreicht die Künstlerin, „ich fotografiere auch gerne Menschen.“ Es gibt beobachtete Szenen aus quirligem Milieu ebenso wie stille Porträtstudien.

 

In der Fotografie beginnt die Abstraktion mit dem Herauslösen eines Moments aus dem Fluss der Zeit. Fotografie ist Malen mit Licht, ist Spiel mit Bewegung, Zeit, Farben. Jedes Foto ist unwiederholbar und einzigartig. Es ist gleichzeitig Abbild und Seelenbild. Es kommt von innen und geht nach innen- wenn es gelingt, schreibt die Fotografin Inge Heuwold.